VerfĂŒhrerische Bergenien

VerfĂŒhrerische Bergenien [BDS Foto]
[BDS Foto]

VerfĂŒhrerische Bergenien sind verkannte Stauden: Rosen, Schneeglöckchen, Taglilien, es gibt Pflanzen, derentwegen werden weite Reisen unternommen, Feste veranstaltet und Gesellschaften gegrĂŒndet. Es gibt Pflanzen, die sind unauffĂ€lliger, aber treu und unkompliziert und werden deshalb hochgeschĂ€tzt.

Und es gibt die Bergenie (Bergenia). Attraktiv in Blatt und BlĂŒte, vielseitig, unkompliziert und verlĂ€sslich und noch dazu in zahlreichen wintergrĂŒnen Varianten erhĂ€ltlich, mit diesen Eigenschaften hĂ€tte jede andere Staude lĂ€ngst einen eigenen Fanclub.

Die Bergenie jedoch war lange Zeit ein klarer Fall von verkanntes Genie. Die Bergenie galt jahrzehntelang als Schattenpflanze und wurde entsprechend zusammen mit Prachtspieren (Astilbe), Farnen und SchattengrÀsern an wirklich dunkle PlÀtze unter BÀumen gepflanzt.

Dort fĂŒhlt sich jedoch eigentlich nur die Kaschmirbergenie (Bergenia ciliata) richtig wohl, eine der wenigen nicht wintergrĂŒnen Arten.

Alle anderen Bergenien vertragen zwar lichten Schatten, entwickeln sich aber umso besser, je sonniger sie stehen.

VerfĂŒhrerische Bergenien

Dass sich Bergenien am liebsten auf sonnigen FlĂ€chen tummeln, ĂŒberrascht nicht, wenn man ihre Herkunft kennt: Die robusten Stauden mit den festen BlĂ€ttern, den fleischigen BlĂŒtenstĂ€ngeln und den in ĂŒppigen BĂŒscheln erscheinenden BlĂŒtenglocken stammen aus Gebirgsregionen in Ostasien.

Dort wachsen die meisten Arten auf Kies- und GeröllflĂ€chen mit einigermaßen frischer, nĂ€hrstoffreicher Erde.

Entsprechend sollten sie auch im Garten verwendet werden, dann sind sie unschlagbar robuste, ganzjĂ€hrig schöne Strukturpflanzen und blĂŒhen ĂŒberreich.

Im Beet bilden Bergenien beispielsweise den passenden Kontrast zu zarten GrÀsern und grazilen Stauden wie der Sterndolde (Astrantia), auch in Kombination mit verschiedenen Wolfsmilcharten (Euphorbia), Storchschnabel (Geranium) und Astern kommen sie gut zur Geltung.

Beliebt sind Bergenien aber auch als elegante Einfassungsstauden, denn sie kaschieren BeetrÀnder, ohne zu Stolperfallen zu werden.

An Teichen fĂŒgen sie sich außerhalb der Sumpfzone harmonisch in die Uferbepflanzung ein.

Und in SteingĂ€rten oder PflanzgefĂ€ĂŸen können sie sich einzeln oder in Gruppen endlich einmal richtig in Szene setzen.

AnpassungsfÀhige Bergenien

Die Gartenszenerie beleben, das können Bergenien wirklich und zwar rund ums Jahr, das bekanntlich im Winter beginnt.

Der hat bei Bergenien seinen ganz besonderen Reiz: Sobald der erste Frost seinen eisigen Atem ĂŒber die glĂ€nzenden BlĂ€tter gehaucht hat, erglĂŒhen sie in den herrlichsten Rottönen.

Dieser wunderhĂŒbsche Anblick bleibt auch dann noch erhalten, wenn sich je nach Art und Sorte von MĂ€rz bis Ende Mai feste StĂ€ngel mit großen weißen, rosafarbenen, pinken oder purpurroten GlockenblĂŒten aus der Erde schieben.

Erst danach werden die alten BlĂ€tter allmĂ€hlich braun und sollten herausgezogen werden, damit die frischgrĂŒnen neuen richtig zur Geltung kommen.

Der einzige Nachteil an den hiesigen Wintern: Sie bringen nur selten eine schĂŒtzende Schneedecke. Sehr frĂŒh blĂŒhende Sorten sind daher spĂ€tfrostgefĂ€hrdet und sollten nur an geschĂŒtzten Stellen gepflanzt werden.

Pink Dragonfly ist wegen der spannenden Farbkombination einer der Favoriten: Über dem leuchtend roten Herbstlaub öffnen sich zartrosafarbene BlĂŒten, die nach einiger Zeit in Lachsrosa umschlagen.

Auch Joker (rosa, dezente HerbstfĂ€rbung), Oeschberg (pink, intensive HerbstfĂ€rbung) und Eroica (pinkviolett, im Herbst rotgrĂŒn mit leuchtend roter Blattunterseite) sind BlickfĂ€nge in jedem Garten.

Außerdem die rosafarbene Sorte HerbstblĂŒte, die sieht nicht nur toll aus, sondern blĂŒht außerdem ab August ein weiteres Mal.

DĂŒnger fĂŒr Bergenien

Bergenien stammen zwar aus dem Hochgebirge und vertragen erstaunlich viel Trockenheit, aber sie freuen sich trotzdem ĂŒber einen nĂ€hrstoffreichen Boden und etwas Wasser, wenn es lange nicht geregnet hat.

GedĂŒngt wird im MĂ€rz und, etwas zurĂŒckhaltender, noch einmal im Juni, entweder mit Kompost oder mit einem VolldĂŒnger, je nach Packungsanleitung dosiert.

Gegen die in manchen GĂ€rten auftretenden DickmaulrĂŒssler helfen NĂŒtzlinge, nĂ€mlich Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora.

Eigentlich teilt man Bergenien, wenn sie nach einigen Jahren weniger reichblĂŒtig werden und sich die Rhizome aus der Erde schieben.

Stattdessen kann man die Rhizome aber auch einfach mit einem Messer anschneiden oder das ist die grobe Tour fĂŒr große Pflanzungen mit einem scharfen Spaten ins Rhizom stechen.

Dort treiben sie dann frisch aus und blĂŒhen wieder ĂŒberreich. [BdS/Gieseler, Foto]

VerfĂŒhrerische Bergenien
Markiert in: